Wie entstanden die Evangelischen Franziskaner-Tertiaren?

Den Anstoß zu einer franziskanischen Bewegung innerhalb der evangelischen Landeskirchen gab der französische Hugenottenpastor und spätere Kirchenhistoriker Paul Sabbatier (+1928) durch sein Franziskusbuch (1893), das eine sehr starke Verbreitung fand. Eine erste Frucht dieser Bewegung war die Gründung eines nach franziskanischem Muster geschaffenen Laien-Tertiaren-Ordens in der Hugenottenkirche Frankreichs.

Ihr Gründer war der Pariser Theologieprofessor und Pastor Wilfried Monod, der am Schluss einer Rede auf der Stockholmer Weltkirchenkonferenz 1925 folgenden Wunsch aussprach: „Möge der Geist des heiligen Franziskus immer wieder auferstehen und sich überall in der Christenheit Sendboten eines neuen Laien-Tertiaren-Ordens erwecken, Prediger eines sittlichen, sozialen und geistlichen Evangeliums, das allein fähig ist, das furchtbare Gespenst einer Weltkatastrophe zu banne.“

Unter den Zuhörern befand sich auch der Marburger Theologe Friedrich Heiler, der von diesen Ausführungen tief ergriffen war. So machte Heiler 1925 in Magdeburg den Vorschlag zur Gründung eines evangelischen Franziskanertertiarenordens. Dabei sagte er u.a.: „Was wir sogleich verwirklichen können, das ist ein Tertiarenorden im Geist des heiligen Franz. Sollten wir nicht dasselbe zuwegebringen, was ein französischer Hugenotte, Wilfried Monod, ins Leben gerufen hat? .. Wir Hochkirchlichen sollten Monods großes Ordensprogramm übernehmen und in noch engerem Anschluss an die Regel des heiligen Franz und seine kirchliche Frömmigkeit weiterführen.“

1927 wurde die „Evangelische Franziskanerbruderschaft der Nachfolge Christi“ (Evangelische Franziskaner-Tertiaren = EFT) gegründet.

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