Was beeindruckt uns bei Franz von Assisi?

Franz von Assisi (1182-1226) war der Sohn eines reichen Tuchhändlers. In seiner Jugend führte er ein Leben, dass allen Vergnügungen zugewandt war, aber auch den Menschen. Mit etwa 20 Jahren kam es zu einem Umbruch in seinem Denken, er fragte nach dem Willen Gottes in seinem Leben. Im Jahre 1206 betete er in einer kleinen Kirche in San Damiano:

„Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen Auftrag erfülle.“
 

Und er hörte die Antwort im Anruf Gottes:

„Geh hin und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, ganz verfallen ist!“
 

Das war die Stunde seiner Berufung. Er verstand den Auftrag zunächst ganz im wörtlichen Sinne und ging daran, die kleine Kirche zu restaurieren. Er änderte seinen bisherigen Lebensstil radikal und verzichtete auf das väterliche Erbe. Zwei Jahre später, beim Lesen des Evangeliums von der Aussendung der Jünger ohne Besitz, wurde ihm sein eigener Auftrag deutlich. Nach kurzer Zeit schlossen sich ihm die ersten Gefährten an, die mit ihm in radikaler Armut durch das Land zogen, um so die Nachfolge Christi zu leben. Dies schloss auch die liebende Zuwendung zu allen Geschöpfen ein. Sie fand ihren Ausdruck u.a. in dem „Sonnengesang“ und in dem mehrfach vertonten Gebet:

„O Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens!“
 

Dies alles jedoch kam aus seinem Hauptanliegen, die frohe Botschaft von Jesus Christus aller Welt bekannt zu machen. So war sein Weg ganz und gar der Weg der Nachfolge Christi. In die Gemeinschaft mit ihm immer tiefer hineinzuwachsen, war die eigentliche Mitte und Ausrichtung seines Lebens und Dienstes. Im Jahre 1224 empfing er am Berge Laverna die Stigmatisierung, die Wundmale Christi. Durch die heilige Klara wurden auch Frauen in diese Bewegung hineingezogen. Der zweite, weibliche Zweig des Ordens wurde gegründet, später dann sogar auch noch der dritte Orden (Tertiaren), ein Laienorden für die Menschen, die in ihrem Beruf und ihrer Familie nach ihren Möglichkeiten der Ordensregel gemäß leben wollen.

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